Bedingungen für den nextTicket-Praxistest im Verkehrsverbund Rhein Ruhr

Allgemeines

Für den nextTicket-Praxistest gelten die VRR-Tarifbestimmungen, die VRR-Beförderungsbedingungen und die nachstehenden besonderen Tarifbestimmungen und Ergänzungen der VRR-Beförderungsbedingungen.

Abschnitt 1

Tarifbestimmungen zum nextTicket-Praxistest

1.1 Geltungsdauer

Der nextTicket-Praxistest wird in der Zeit vom 01.03.2018 bis 31.08.2018 durchgeführt.

Die Phase 1 wird in der Zeit vom 01.03.2018 bis 31.05.2018 und die Phase 2 wird in der Zeit vom 01.06.2018 bis 31.08.2018 durchgeführt

1.2 Geltungsbereich

Die Bedingungen für den nextTicket-Praxistest gelten im VRR-Verbundraum gemäß Anlage 2 zum VRR-Tarif.

Die Bedingungen für den nextTicket-Praxistest gelten für die Beförderung von Personen sowie für die Beförderung von Sachen auf den Linien und Linienabschnitten der in Anlage 1 zum VRR-Tarif aufgeführten Verkehrsunternehmen, die den VRR-Verbundtarif anwenden.

Sie gelten auf den Linien der Eisenbahnverkehrsunternehmen in allen zuschlagfreien Zügen (RB, RE, S-Bahn), sofern diese nicht im Fahrplan oder durch Aushang von der Benutzung mit Fahrausweisen nach dem Verbundtarif ausgeschlossen sind. Zuschlagpflichtige Züge der DB AG (IC/EC, ICE), die zur Benutzung mit VRR-Tickets freigegeben sind, werden gesondert bekannt gegeben.

1.3 Berechtigte

Am nextTicket-Praxistest können nur natürliche Personen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr mit Wohnsitz in Deutschland, nach Registrierung und nach Anerkennung der Bedingungen für den nextTicket-Praxistest teilnehmen.

1.4 Voraussetzungen zur Teilnahme am nextTicket-Praxistest

Zur Nutzung des nextTicketes im Rahmen des nextTicket-Praxistestes schließt der Teilnehmer einen Nutzungsvertrag über die nextTicket-App mit der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG (Bogestra) ab. Hierzu nimmt der Teilnehmer eine Registrierung auf der Website www.nextticket.de vor. Mit der Registrierung werden die Bedingungen für den nextTicket-Praxistest im Verkehrsverbund Rhein Ruhr anerkannt.

Der Teilnehmer ermächtigt die Bogestra das jeweilige monatliche Gesamtfahrgeld für die Dauer der Phase 1 oder der Phase 2 des nextTicket-Praxistestes nach dem vorgesehenem Verfahren einzuziehen.

Im Rahmen der Antragsprüfung kann die Bogestra Auskünfte über die Bonität des Vertragspartners und des Kontoinhabers bei einer Wirtschaftsauskunftsdatei einholen. Falls die Bogestra beabsichtigt eine Bonitätsprüfung durchzuführen, unterrichtet sie vorher den Vertragspartner hiervon und holt dabei seine Zustimmung ein. Damit ist der Vertragspartner hierüber unterrichtet. Bei einer negativen Auskunft gilt der Nutzungsvertrag als abgelehnt. Für die Bonitätsprüfung werden Name, Vorname, Anschrift und Geburtsdatum an die Wirtschaftsauskunftsdatei übermittelt. Das Ergebnis der Prüfung wird unter Beachtung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen durch das Verkehrsunternehmen maximal 6 Monate nach Ende des Praxistests gespeichert.

Für die Nutzung des nextTickets und zur Teilnahme am nextTicket-Praxistest muss der Teilnehmer die nextTicket-App auf seinem Smartphone installieren und mit seinem Benutzernamen und Passwort freischalten.

1.5 Rechnungsstellung und Nutzungsvertrag

Der Teilnehmer kann sich eine über das Gesamtfahrgeld der vom Teilnehmer durchgeführten Fahrten für den abgelaufenen Kalendermonat in der nextTicket-App sowie im persönlichen Kundenbereich informieren.

Änderungen der Angaben im Rahmen des Nutzungsvertrages wie etwa Name, Anschrift, E-Mail-Adresse, Bankverbindung, Änderungen der Mobilfunknummer sowie ein Wechsel des Mobilfunkanbieters sind durch den Teilnehmer unverzüglich der Bogestra mitzuteilen.

Beide Parteien haben das Recht, den Nutzungsvertrag fristlos ohne Angaben von Gründen ordentlich zu kündigen. Kündigungen bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Textform (z.B. E-Mail) oder der Schriftform.

Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt davon unberührt. Ein wichtiger Grund für die Bogestra liegt insbesondere bei missbräuchlicher Nutzung der nextTicket-App durch den Nutzer vor.

1.6 Fahrtberechtigungen

Fahrtberechtigungen für den nextTicket-Praxistest werden im Namen und auf Rechnung der BOGESTRA AG verkauft.

Im Rahmen des nextTicket-Praxistestes werden Fahrtberechtigungen für eine Fahrt für den Nutzer oder weitere Personen mit der Möglichkeit des beliebig häufigen Umsteigens gemäß den Bedingungen für den nextTicket-Praxistest für den sofortigen Fahrtantritt ausgegeben. Die Fahrtberechtigung ist nicht übertragbar und gilt bis zum Erreichen des Fahrtziels maximal 300 Minuten. Unterbrechungen der Fahrt sind bis maximal 60 Minuten möglich. Rund- oder Rückfahrten in Richtung auf die Einstiegshaltestelle oder das Starttarifgebiet sind nur zum schnelleren Erreichen des Fahrtziels erlaubt.

Die Geltungsdauer der Fahrtberechtigung und die Fahrt beginnt mit dem erfolgten Check-in in der nextTicket-App und dem Betreten des Fahrzeuges oder der besonders gekennzeichneten Betriebsanlagen und endet mit dem Check-out in der nextTicket-App und dem Verlassen des letzten zur Fahrt genutzten Fahrzeuges oder dem Verlassen der besonders gekennzeichneten Betriebsanlagen.

Mit Ablauf der Geltungsdauer der Fahrtberechtigung muss die Fahrt beendet sein. Ausnahmen sind aus fahrplan- bzw. betriebsbedingten Gründen, wie etwa größeren Umsteigezeiten oder Verspätungen, erlaubt.

1.6.1 Fahrpreisberechnung in der Phase 1

Das durch den Teilnehmer am nextTicket-Praxistest je Kalendermonat zu entrichtende Gesamtfahrgeld für alle durchgeführten Fahrten erfolgt auf Basis der aktuellen Preise von EinzelTickets, 4erTickets, 10erTickets der Preisstufen K, A, B, C und D und 24-StundenTickets der Preisstufen A, B, C und D gemäß der gültigen Anlage 4 zum VRR-Tarif. Bei der Ermittlung des Gesamtfahrpreises für alle im jeweiligen Kalendermonat durchgeführten Fahrten finden nur Fahrten eine Berücksichtigung, die innerhalb des Abrechnungszeitraums unternommen wurden. Als Abrechnungszeitraum gilt der Kalendermonat.

Für die Preisstufenzuordnung und Raumbegrenzung gelten die Anlagen 3a bis 3c zum VRR-Tarif.

Für jede einzelne Fahrt wird ein EinzelTicket je ermittelter Preisstufe für die Berechnung des Gesamtfahrpreises für den Abrechnungszeitraum zugrunde gelegt. Ergibt sich für den Teilnehmer im Abrechnungszeitraum gegenüber der Addition einzelner Preise je Fahrt und Preisstufe eine preisgünstigere Möglichkeit durch die rechnerische Berücksichtigung anderer Tickets, etwa durch 4erTicket, 10erTicket oder TagesTicket der jeweiligen Preisstufe, so werden diese bei der Ermittlung des zu entrichteten Gesamtfahrpreises je Kalendermonat berücksichtigt. Bei der Berücksichtigung dieser preisgünstigeren Möglichkeiten werden 24-StundenTickets, 4erTickets oder 10erTickets, soweit im Ticketsortiment vorhanden, im Abrechnungszeitraum für Fahrten, auch an mehrehren Tagen, im Abrechnungszeitraum zugrunde gelegt. Bei 24-StundenTicket werden nur Fahrten zusammengefasst, die innerhalb eines Zeitintervalls von 24 Stunden erfolgen.

Ansonsten gelten die Bestimmungen der VRR-Tarifbestimmungen zu den einzelnen Tickets.

1.6.2 Fahrpreisberechnung in der Phase 2

Das durch den Teilnehmer am nextTicket-Praxistest je Kalendermonat zu entrichtende Gesamtfahrgeld für alle durchgeführten Fahrten erfolgt auf Basis der Addition der einzelnen Fahrpreise für einzelne Fahrtberechtigungen.

Der Fahrpreis für einzelne Fahrtberechtigungen für eine Fahrt errechnet sich aus der Addition des Festpreises mit dem Ergebnis der Multiplikation des Leistungspreises mit der Anzahl der zurückgelegten Linienkilometer. Die Berechnung der Linienkilometer je Fahrt erfolgt auf Basis der im elektronischen Fahrplanauskunftssystem des VRR hinterlegten Linienbänder des jeweilig genutzten Verkehrsmittels. Zur Berechnung des Fahrpreises wird hierzu zwischen Check-in und Check-out periodisch der Standort des Smartphones über die Ortungsdienste des Smartphones genutzt.

Der Festpreis ergibt sich aus der Einordnung des Starttarifgebietes in die Kategorie F1, F2 und F3 analog der Einteilung A1, A2 und A3 gemäß der Anlage 3b des VRR-Tarifs.

Liegt das Zieltarifgebiet in einer anderen höheren Kategorie als das Starttarifgebiet, so wird die höhere Kategorie des Festpreises zur Berechnung des Fahrpreises zugrunde gelegt.

Der Festpreis beträgt in den Kategorien wie folgt:

Kategorie Festpreis Preis in €
F1 1,40
F2 1,42
F3 1,45

Der Leistungspreis je Kilometer beträgt 0,20 €.

Als Zuschlag für die Nutzung der 1. Wagenklasse beim SPNV wird 50% des Gesamtpreises in der jeweiligen Kategorie erhoben.

Für mitgenommene Kinder wird für eine Fahrt und pro Kind als Gesamtpreis einheitlich und pauschal 0,99 € erhoben.

Bei Gruppenreisen kann die Gruppe maximal aus fünf Personen bestehen, die für die Bildung des Preises für eine gemeinsame Fahrt herangezogen werden.

Der für eine Fahrt berechnete Gesamtpreis (Addition des Festpreises mit dem Ergebnis der Multiplikation des Leistungspreises mit der Anzahl der zurückgelegten Linienkilometer) beträgt maximal 15,30 €. Hinzuzurechnen ist im Falle der Nutzung der Aufpreis für die Nutzung der 1. Wagenklasse im SPNV.

Für jeweils vier berechnete Tickets für Erwachsene wird ein fünftes Ticket für eine erwachsene Person bei der Berechnung des Gesamtpreises unentgeltlich berechnet. Bei der Zählung gilt dies auch für mitgenommene erwachsene Personen bei Gruppenreisen. Kinder und der Zuschlag für die Nutzung der 1. Wagenklasse beim SPNV werden bei der Zählung nicht berücksichtigt.

Abschnitt 2

Ergänzungen zu den VRR-Beförderungsbedingungen für den nextTicket-Praxistest

In Ergänzung der VRR-Beförderungsbedingungen und der Tarifbestimmungen gemäß Ziffer 15 gelten die nachstehenden Ergänzungen für den nextTicket-Praxistest.

(1) Grundlagen

(2) Mit dem Betreten eines Fahrzeuges bzw. dem Betreten der Betriebsanlagen der Verkehrsunternehmen im VRR akzeptiert der Fahrgast die VRR-Tarifbestimmungen, die VRR-Beförderungsbedingungen und deren Ergänzungen zum nextTicket-Praxistest als Bestandteil des Beförderungsvertrages.

(3) Verhalten der Fahrgäste

(3.1) Rechte der Fahrgäste

(1) Der Fahrgast hat einen Anspruch auf Beförderung, wenn nach den gesetzlichen Best-immungen eine Beförderungspflicht besteht bzw. er einen gültigen Fahrausweis vorzeigen kann. Die Angaben auf dem Fahrausweis bzw. bei elektronischen Tickets die auf dem elektronischen Speichermedium befindlichen Angaben sind maßgeblich für die Beförderung. Ein Anspruch auf einen Sitzplatz besteht grundsätzlich nicht.

(3.2)    Pflichten der Fahrgäste

(5) Check-in und Check-out zur Fahrt im Rahmen des nextTicket-Praxistests

Für die Anmeldung (im weiteren „Check-in“) bzw. für die Abmeldung (im weiteren „Check-out“) vor bzw. nach einer Fahrt nutzt die nextTicket-App die Positionsbestimmung des Smartphones. Zur Nutzung der nextTicket-App muss der Teilnehmer die Ortungsdienste des Smartphones in den dortigen Einstellungen aktivieren („GPS an“).

Zur Nutzung des nextTickets muss der Teilnehmer unmittelbar vor Fahrtbeginn in der nextTicket-App auf seinem Smartphone einen Check-in vornehmen.

Ein erfolgreich abgeschlossenes Check-in wird auf dem Smartphonedisplay mit der Anzeige des Anmeldeortes bestätigt. Mit dieser Meldung ist der Teilnehmer berechtigt, die Fahrt anzutreten. Ist ein Check-in aus technischen Gründen nicht möglich, wird auf dem Smartphonedisplay eine Fehlermeldung angezeigt. In diesem Fall benötigt der Nutzer zur Fahrt ein sonstiges Ticket des VRR-Tarifs gemäß den Tarifbestimmungen.

Nach Fahrtende muss der Teilnehmer an der Haltestelle/im Bahnhof (Abmeldeort) unverzüglich einen Check-out in der nextTicket-App vornehmen. Der erfolgreich abgeschlossene Check-out wird auf dem Smartphone Display bestätigt. Mit dem Check-out endet die Gültigkeit der Fahrtberechtigung. Konnte aus technischen Gründen nach Fahrtende kein Check-out durchgeführt werden, muss sich der Teilnehmer unmittelbar telefonisch, per Kontaktformular in der nextTicket-App oder per E-Mail an die nextTicket-App-Kundenbetreuung unter Angabe von Ort und Zeitpunkt des Fahrtendes wenden.

Nimmt der Teilnehmer nicht innerhalb von 5 Stunden nach Fahrbeginn ein Check-out vor, so wird vom nextTicket-App-System ein Check-out vorgenommen und der Teilnehmer für die weitere Nutzung der nextTicket-App vorübergehend gesperrt. Der Teilnehmer wird vor und zum Zeitpunkt der systemischen Sperrung auf diese per E-Mail / Push Nachricht / SMS hingewiesen. Nach der systemischen Sperrung muss der Teilnehmer innerhalb von 48 Stunden das Ziel der Fahrt (Zielhaltestelle) und die Uhrzeit in der nextTicket-App oder im Kundenbereich angeben. Nach der Eingabe wird die Sperrung kostenfrei aufgehoben. Unterlässt der Teilnehmer dies innerhalb der Frist von 48 Stunden, muss er sich an die nextTicket-Kundenbetreuung wenden, um die Sperrung aufheben zu lassen.

Zur Berechnung des Fahrpreises auf Basis einer zurückgelegten Route wird zwischen Check-in und Check-out periodisch der Standort des Smartphones über die Ortungsdienste des Mobiltelefons festgestellt. Die beim Check-in aktivierten Ortungsdienste müssen zwischen Check-in und Check-out kontinuierlich aktiviert bleiben. Der Teilnehmer hat sein Smartphone zwischen Check-in und Check-out in einem eingeschalteten und für die Nutzung der nextTicket-App funktionierenden Zustand zu halten. Der Teilnehmer darf insbesondere die Sendebereitschaft für die mobile Datennutzung nicht einschränken.

Nach dem Check-out von der Fahrt kann der Teilnehmer die Ortungsdienste eigenständig in den Smartphone-Einstellungen deaktivieren.

(7) Fahrausweise, deren Vertrieb und Gültigkeit

(7.1) Fahrpreise, Fahrausweise

(4) Bei der Fahrausweiskontrolle hat der Nutzer nach Aufforderung durch das Prüfpersonal seine nextTicket-App zu öffnen und den Menüpunkt „Kontrolle“ zu aktivieren. Der Nutzer hat die zur Kontrolle auf dem Smartphonedisplay erscheinende Fahrtberechtigung dem Prüfpersonal vorzuzeigen. Die Bedienung des Smartphones nimmt der Nutzer vor. Der Nutzer ist verpflichtet, im Rahmen der Fahrausweiskontrolle auf Aufforderung seine Identität durch einen Ausweis nachzuweisen.

(7.3) Ungültige Fahrausweise

(1) Fahrausweise sind ungültig, wenn sie nicht den Vorschriften der Beförderungsbedingungen oder der Tarifbestimmungen    oder den Ergänzungen zu den VRR-Tarifbestimmungen und den VRR-Beförderungsbedingungen für den nextTicket-Praxistest im Verkehrsverbund Rhein Ruhr entsprechen bzw. entgegen den Vorschriften eingesetzt werden.

(2) Das gilt insbesondere auch für Fahrausweise, die

i) als Fahrtberechtigung im Rahmen des nextTicket-Praxistestes aufgrund von Missachtung der Nutzungsbedingungen durch ein fehlendes Check-in des Teilnehmers nicht erworben wurden oder die aufgrund technischer Mängel nicht nachgewiesen werden konnten, z.B. leerem Akku.